Montag, 12. Oktober 2009
Vergangene Woche nahm ich an einem Webinar des US-amerikanischen Unternehmens HubSpot teil. Das Thema: How to Use Social Media To Build Your Brand.
Im Vorfeld
Die Einladung zum Webinar erhielt ich per Newsletter-Email. Ein Link verwies mich auf die Website, auf der ich mich anmelden konnte. Dabei wurden einige unkritische Angaben zu Firma, Position etc. abgefragt und ich erhielt eine Bestätigungsemail. Kosten fielen keine an, das Webinar war gratis. Etwa eine Stunde vor der Veranstaltung wurde noch ein kleiner Reminder geschickt: „Gleich geht’s los.“ Nicht zu vergessen: Jede Menge Tweets. Nicht von den Veranstaltern, sondern von den Teilnehmern selbst.

Währenddessen
Das Webinar wurde über die Infrastruktur des Anbieters Vcall gehostet und der Zugriff war sehr einfach durch Klick auf einen Link möglich. Gezeigt wurden die Slides der Präsentation, den Sprecher hörte man via Audioübertragung. Ich fand es sehr vorteilhaft, dass es keine Kamera gab, so konnte man sich gut auf die Inhalte konzentrieren.
Die Präsentation dauerte etwa 50 Minuten. Danach wurden Fragen der Teilnehmer beantwortet, die währenddessen via Twitter oder Email bei den Veranstaltern eingegangen waren.
Follow-up
Einige Stunden nach der Veranstaltung erhielt ich eine Follow-up-Email mit einem Verweis auf die Möglichkeit zum Download der Präsentation (inkl. Audio möglich) und die Einladung, etwaige Fragen zum Thema im entsprechenden Forum zu posten. Das war’s. Kein Spam.
Fazit
„Was nichts kostet, ist nichts wert“, so denkt man häufig bei Veranstaltungen wie dieser. Und natürlich wurden die Produkte und Dienstleistungsangebote von HubSpot während des Webinars angesprochen. Das allerdings nur auf wenigen Slides, es wurde kein großes Aufsehen darum gemacht. Es ging um die Vermittlung von Wissen, das durch viele Beispiele anschaulich präsentiert wurde. Der Sprecher war weder belehrend noch fehlerfrei – und das war perfekt. Ganz abgesehen von der angenehm unaufdringlichen Vor- und Nachbereitung des Events.
Absolut überrascht war ich jedoch von dem steten Strom an Kommentaren und Informationen, die während des Webinars via Twitter von den Teilnehmern gesendet wurden: Zitate, Empfehlungen, Fragen, etwa 40 Stück innerhalb von fünf Minuten, keine einzige negativ, alle versehen mit @hubspot. Besser kann Online Reputation nicht stattfinden.
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Donnerstag, 8. Oktober 2009
Wer heute verantwortlich ist für die Präsenz eines Unternehmens im Web ist nicht zu beneiden. Neben der obligatorischen Firmenwebsite gibt es vor allem beim Thema Social Media eine nahezu unüberschaubare Vielzahl von Möglichkeiten, Angebot und Marke sichtbar zu machen. Wo fängt man an, was macht Sinn?
Keine Panik
Angesichts der vielen Tools, Blogbeiträgen, Tweets, Forenthreads und Zeitungsartikeln kann einem ganz schnell ganz unwohl werden.
Sich durch die Social-Media-Welt zu bewegen kommt mir manchmal vor wie Fernsehen. Nur mit dem Unterschied, dass man nach einem Fernsehabend weiss, dass man viel Zeit mit wenig sinnvollen Inhalten verbracht hat. Das Web jedoch lässt einen oftmals mit dem Gefühl zurück, komplett hintendran zu sein.
Deshalb: Atmen Sie tief durch und versuchen Sie den Informations-Overload auf ein gutes Maß zu begrenzen (z.B. eine Stunde pro Tag). Machen Sie sich nach jeder Session kurze Notizen über das, was sie dabei gelernt haben.
Wer sagt was?
Recherchieren Sie, ob und wenn ja welche Informationen Sie über Ihre Firma bzw. Produkte auf Social Media Websites finden können. Was nutzen Ihre Kollegen, Mitarbeiter, Kunden? Wo tummeln sich die Leute, die Sie mit Ihren Marketingmaßnahmen mittel- oder langfristig erreichen wollen?
Suchen Sie den Austausch
Passt ein Blog, ein Twitter-Account zu unserem Unternehmen? Über was können wir darin schreiben? Welche Mitarbeiter können uns dabei unterstützen? Macht eine Facebook Fan Page Sinn? – Sprechen Sie mit Markenhütern, Fachleuten, Fachfremden.
Probieren Sie’s aus
Bevor Sie viel Geld für eine umfangreiche Social Media Strategie einsetzen, konzentrieren Sie sich zu Anfang lieber auf ein kleines Pilotprojekt. Nehmen Sie es ernst, verwenden Sie darauf ein Gutteil Ihrer Zeit. Räumen Sie der Pilotphase einen fest definierten Rahmen ein und lassen Sie sich während dieser Zeit nicht aus der Ruhe bringen. Messen Sie von Beginn an Zugriffszahlen, Bekanntheit etc. und sammeln Sie Argumente für die Fortführung bzw. die Einstellung dieser Maßnahme. Meist kommt eines zum anderen und Sie werden schnell feststellen, wo und wie Sie mit Ihrem Unternehmen präsent sein sollten.
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Donnerstag, 1. Oktober 2009
Vor ungefähr zehn Jahren – Second life war noch nicht online – galt der Einsatz von Avataren bzw. „Bots“ auf der Unternehmenswebsite als das Trendthema im Bereich Marketing und Customer Service. Die Deutsche Bank hatte „Cora“, „Vee“ beriet die Kunden der Victoria Versicherung, „Cornelia“ stand im ZDF vor der Kamera.
Fachleute sagten den virtuellen Beratern eine glänzende Zukunft voraus; Zielgruppe sei schliesslich die „Nintendo-Generation“, die den Umgang mit künstlichen Ansprechpartnern gewohnt sei.
Die zunehmende Popularität von Social Media Plattformen zeigt heute jedoch, dass sich die Experten geirrt haben. Menschen kommunzieren scheinbar immer noch am liebsten mit Menschen.
Und was ist aus den virtuellen Figuren geworden?
Die meisten deutschen Unternehmen haben ihre Bemühungen eingestellt. Virtuelle Kaufberater, sog. Lingubots müssen trainiert werden, damit sie zufriedenstellende Antworten geben können und ihr Einsatz auf der Website Sinn macht. Ein Gespräch mit untrainierten virtuellen Beratern kann ziemlich enervierend sein. (Beispiele: der Bundestags-Adler, Trixie von bol.de oder der Bausparfuchs auf der Website der Schwäbisch Hall AG).

Gerne zitiert und ausprobiert wird Anna. Anna ist die virtuelle Fachkraft von IKEA, blond in Deutschland, brünett in anderen Ländern. Und ziemlich gut geschult. Im Web findet man einige (mehr oder weniger amüsante) Gesprächsaufzeichnungen mit ihr.
Eve, die virtuelle Beraterin von Yello Strom hat eine eigene Fanseite, auf der alles Wissenswerte über die Figur nachzulesen ist. Auch dieser „Bot“ hilft den Website Besuchern ganz gut weiter.
Weiterführende Links:
Definition, Einsatzzwecke etc. von Lingubots (Blogpost)
Wikipedia-Eintrag zu ELIZA, einem 1966 (!) entwickelten Computerprogramm zum Thema Kommunikation Mensch-Maschine
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Montag, 28. September 2009
Auch wenn sie schon über ein Jahr alt ist: Die “Talking Money” Kampagne des englischen Finanzdienstleisters HSBC bietet Schulabgängern einen guten Einstieg in das Thema Geld.
Und zwar mit Video Statements von echten Studenten, die zu Beginn ihres Studiums vor den gleichen Fragen standen: Wo soll ich wohnen? Wie finanziere ich mein Leben? Kann ich während des Studiums einen Job annehmen? – Kein Hochglanz, kein Fake, manchmal ein Versprecher und ganz echt.

Agentur: Poke, London
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Donnerstag, 24. September 2009
Die Geschichte spielt im Jahr 2055. In einem Turm hoch über dem längst eisfreien arktischen Ozean stellt der letzte Überlebende der Erde eine Botschaft für das Weltall zusammen, die erklären soll, wie sich die Menschheit selbst ausrottete.
Im Dokumentarfilm „The Age of Stupid“ wird dafür echtes Nachrichtenmaterial verwendet und sechs Menschen erzählen, wie es zum Kollaps kommen konnte. Der Archivar, gespielt von Pete Postlethwaite: „The question I’ve been asking is: Why didn’t we save ourselves when we had the chance?“

Ach nö, noch so ein Katastrophenfilm?
Der Trailer ist eindrucksvoll, ohne Frage. Eindrucksvoll aber auch ein Blick hinter die Kulissen: Bei der Produktion wurde penibel auf den „Carbon Footprint“ geachtet. Wo immer es ging, reiste das Team per Bahn, Bus oder Schiff und bezog Energie aus erneuerbaren Quellen. Um bei Produktion und Verleih unabhängig zu sein, sammelte die englische Regisseurin mit ihrem Team außerdem viele kleine Spenden bei Einzelpersonen und Gruppen, die dafür am Gewinn beteiligt werden sollen. 535.000 Pfund kamen so über „Crowd Funding“ zusammen. Ein Film von Vielen für Viele.
Die Welturaufführung im Rahmen der UN Weltklimawoche in New York am vergangenen Montag löste ein großes Medienecho aus. Viele Prominente liefen über den „grünen Teppich“ oder kamen mit dem Fahrrad, zeitgleich wurde der Film per Satellit in fast 50 Länder übertragen.
„Spread the world“ bitten die Filmemacher auf der Website und genutzt werden alle bekannten Social Media Plattformen:
Twitter (Hashtag #ageofstupid)
Vimeo Channel
YouTube Channel
Flickr
MySpace
Facebook Fan Page
Facebook Profil Franny Armstrong
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