Donnerstag, 29. Oktober 2009

“Das Jetzt ist der Maßstab”

Die Kunst des guten Beendens, Katharina Ley

Neulich fiel mir ein Buch in die Hände, es heißt: “Die Kunst des guten Beendens”. Ein Buch nur über das Beenden von Dingen? Kann man darüber denn überhaupt so viel schreiben?

Katharina Ley, Psychoanalytikerin und Soziologin beleuchtet die einzelnen Stationen und Situationen des Beendens sehr einfühlsam und klar. Im Vorwort schreibt sie: “Weshalb Die Kunst des guten Beendens? Die Kunst setzt Neugier, Phantasie und Kreativität voraus – und sie ist ein Geschenk, eine Gnade. Die Kunst des Beendens widmet sich der Gestaltung der großen Lebensfragen wie Liebe und Tod sowie auch dem Alltäglichen.”

Der Untertitel “Wie große Veränderungen gelingen” deutet es bereits an: Ohne das Beenden der Dinge ist kein Neuanfang möglich. Und so geht es in diesem Buch zwar um das Beenden und die damit verbundene Trauer, den Abschied, aber eben auch um die Versöhnung und das damit verbundene Vollenden und Vollbringen.
“Beginnen und Beenden sind die Kehrseiten derselben Medaille. Sie gehören zusammen. Sie kommen im Jetzt zusammen. Die Ausrichtung auf das Jetzt führt dazu, dass Wertungen fallen. Es ist, wie es ist, jetzt.”

Ein schönes Buch, das zum Nachdenken einlädt und viele Anregungen bereithält. Lesen!

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Montag, 26. Oktober 2009

Zweiter Flight der “Sponsors of Tomorrow” (Intel)

Vor fünf Monaten startete Intel eine Kampagne mit Namen “Sponsors of Tomorrow”. Wem die Spots des ersten Flights gut gefallen haben, wird großes Vergnügen an den aktuellen haben. Voilà:

Außerdem sehenswert: “Our doodles aren’t like your doodles” oder “Our parties aren’t like your parties”.

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Donnerstag, 22. Oktober 2009

Slow Communication

Wenn die Behauptung stimmt, daß Trends zuerst in den USA und mit einer Verzögerung von ein, zwei Jahren in Deutschland aufgegriffen werden, dann werden wir uns spätestens 2011 mit einer Strömung befassen, die der Journalist und Autor John Freeman mit „Slow Communication“ umschrieben hat. In einem „Manifest“, das im August im Wall Street Journal erschien, stellt er die nachfolgenden Thesen auf, die ich (sehr frei und mit vielen Kürzungen) ins Deutsche übersetzt habe.
Lesenswert sind übrigens auch die Kommentare zu diesem Essay; hier entwickelte sich ein lebhafter Dialog zwischen Mit-Zwanzigern und “C64-kids”.

Muss man „Slow Communication“ hierzulande bereits propagieren? Ich habe trotz aller unfreiwillig mitgelauschter Mobiltelefongespräche und dem ein oder anderen Laptop im Kaffeeladen nicht das Gefühl, dass es schon „so schlimm“ ist. Was denken Sie?

These 1: Geschwindigkeit verändert die Wahrnehmung.

Wenn Sie im TGV Richtung Strasbourg bei etwa 250 km/h sitzen, bekommen Sie kaum mehr mit, an welcher Landschaft Sie da eigentlich vorbeifahren. Je schneller der Zug fährt, desto unkomfortabler und gefährlicher wird es unter Umständen für die Passagiere.
Dasselbe passiert mit Worten bzw. Kommunikation. Neue Technologien und Tools verhelfen uns hier zu immer mehr Geschwindigkeit. Wir sind ständig damit beschäftigt, Schritt zu halten, uns anzupassen und leben dadurch wie in einem „digitalen Jetlag“.

John Freeman hält diese Entwicklung für desaströs. Denn auch wenn manch eine Entscheidung innerhalb von Sekundenbruchteilen gefällt werden kann, profitieren doch nicht alle unsere Urteile davon. Wir brauchen Zeit, um unsere Beziehungen zu pflegen. Zeit, um zu überlegen, was unsere Worte bei anderen auslösen. Zeit, um die daraus entstehenden Konsequenzen zu überdenken.
Hochgeschwindigkeits-Kommunikation reduziert unsere Äußerungen auf Instinkte oder Impulse, die wir ansonsten zurückhalten oder vorsichtiger einsetzen würden.

Im Hinblick auf professionelle Kommunikation hält Freeman diese Entwicklung sogar für zerstörerisch: Fehlerquellen werden immer größer, Kunden fühlen sich falsch verstanden, Gerüchte dringen nach außen und müssen mit Mühe wieder ins rechte Licht gerückt werden. – Keine Firma, kein Mitarbeiter ist perfekt.

Einerseits stellt uns das Internet unbegrenzt viele Informationen in hoher Geschwindigkeit zur Verfügung. Auf der anderen Seite können wir aufgrund unserer Gehirnkapazität nur über einen geringen Teil davon wirklich verfügen. Die Folge: „We go to war hastily, go to meetings unprepared, and build relationships on the slippery gravel of false impressions.“


These 2: Ohne physisches Erleben geht uns Wichtiges verloren

Ein Großteil der elektronischen Kommunikation führt uns nach Meinung des Autors weg von der wirklichen, physisch erfahrbaren Welt. Cafés zeichnen sich nicht mehr durch eine entspannte Gesprächskulisse aus, sondern durch das kontinuierliche, insektenartige Geräusch der Tastaturen. Die „richtige“ Welt wird nicht mehr gebraucht, die Menschen ziehen sich deshalb in die Welt der Technologie zurück.

John Freeman: „This is a terrible loss.“ Wir können zwar viel durch das Internet erfahren, aber wir können die Dinge dort nicht berühren, nicht fühlen.

Der Käseladen-Besitzer um die Ecke kann sich an Ihren Lieblingskäse erinnern. Ein Online Shop kann das natürlich auch. Aber er wird sich vermutlich nie nach dem Wohlergehen Ihrer Kindern erkundigen oder mit Ihnen über den Geschmack von Stilton fachsimpeln. – Diese Gespräche erinnern uns daran, dass wir ein Teil der physisch erfahrbaren Welt sind.


These 3: Der Sinnzusammenhang ist essentiell

Wir brauchen die Verbindung zu unserem wirklichen Leben. Dafür sollten wir die Idee von Fortschritt und Effizienz nicht ständig abhängig machen von Geschwindigkeit.
John Freeman: „We are here for a short time on this planet, and reacting to demands on our time by simply speeding up has canceled out many of the benefits of the Internet, which is one of the most fabulous technological inventions ever conceived. (…) Slow communication (…) will also preserve our sanity, our families, our relationships and our ability to find happiness in a world where, in spite of the Internet, saying what we mean is as hard as it ever was.“

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Montag, 19. Oktober 2009

Frankfurter Buchmesse, Teil 2

Bei unserem Besuch der Frankfurter Buchmesse 2009 interessierte mich vor allem das Thema Digitalisierung: Wie bewerben Verlage digitalen Content? Bieten sie das überhaupt an? Welchen Raum nimmt das Thema auf der Messe ein?

Um es vorwegzunehmen: Es wird zwar viel über Digitalisierung gesprochen und jede Veranstaltung dazu war mehr als gut besucht, an den Messeständen der Verlage jedoch wurde eine solche Kompetenz so gut wie gar nicht abgebildet.

Digitaler Content ist für “schöngeistige” Literatur augenscheinlich in Deutschland noch kein relevanter Markt. Im Bereich der Wissenschaft und Wissensvermittlung jedoch prognostizierte Richard Charkin von Bloomsbury Publishing in einer Podiumsdiskussion: “In 10 years there will be very few print in academic publishing.”

Frankfurter Buchmesse, Podiumsdiskussion 15.10.2009

Den Teilnehmern der Diskussionsrunde “Will all books be ‘e’?” ging es nicht um e-books oder die neuesten Reader (Moderator Andrew Albanese: “The term e-book drives me crazy! It reminds me of flying toasters on screensavers.”). Digitale Buchinhalte können auf ganz unterschiedlichen Geräten gelesen werden. Besondere Aufmerksamkeit solle man als Verlag vor allem den Neuerungen im Mobiltelefonbereich widmen, sagte Victoria Barnsley von HarperCollins UK. Und Andrew Savikas von O’Reilly Media fügte hinzu, dass ein Buch auf einem Smartphone nur ein Inhalt von Vielen sei. Man müsse sich dann ganz gezielt um Wege bemühen, Leser auf diese Inhalte aufmerksam zu machen. Charkin: “Now is the time for experimentations, doing everything wrong, succeed.”

Die meisten Dienstleister für digitale Themen hatten ihre Messestände in Halle 4.2, “Wissenschaft und Fachinformation” aufgebaut. Sehr interessant fand ich das Angebot eines Berliner Start-up-Unternehmens, deren Gründer sich auf die Veröffentlichung von Inhalten auf mobilen Endgeräten spezialisiert haben: textunes – angenehme Leute, angenehme Gespräche.

Frankfurter Buchmesse, e-Reader 15.10.2009

In Halle 3.0 hatte man neben den großen Verlagen außerdem einige Datenbank- und “Technik”-Firmen platziert. Vor allem bei txtr, einem Unternehmen, das Tools und Services für elektronisches Lesen bereitstellt, war der Andrang sehr groß – alle wollten mehr über den Reader wissen, der ab Dezember ausgeliefert werden soll. Auch wenn er bei mir nun nicht funktionierte: Dank eInk und ohne Hintergrundbeleuchtung finde ich das Lesen auf einem Device wie diesem gar nicht so schlecht. Fast wie ein Buch.

Wie geht es Ihnen damit? Können Sie sich vorstellen, Ihre Bibliothek auf ausschliesslich elektronischen Content umzurüsten? Womit lesen Sie?

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Donnerstag, 15. Oktober 2009

Frankfurter Buchmesse, Teil 1

Heute mit Christopher, einem Geschäftspartner aus Würzburg, auf der Buchmesse in Frankfurt. Nach ungefähr 17 Stunden Rumlaufen beschränken sich Unterhaltungen auf das Wesentliche.

Okay. Zweiter Versuch.

Richtige Informationen zur Buchmesse finden Sie hier oder ab Montag bei L1014.com.

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