Produktiv im Homeoffice
Kommentare (0)Seit einem halben Jahr hat eine Freundin, eine erfahrene und engagierte Vertriebsmanagerin, einen neuen Job. Mit ihrem Vorgesetzten hatte sie sich bei den Vertragsverhandlungen darauf geeinigt, nach der Einarbeitungsphase an drei Tagen in der Woche von zuhause aus zu arbeiten.
Trotz dieser Vereinbarung wird ihre physische Abwesenheit „nicht gerne gesehen“. Und der Kollege verabschiedet sie verlässlich jedesmal mit den Worten: „Dann viel Spass im Urlaub!“
Von zuhause aus arbeiten ist alles andere als Urlaub.
In einer Umgebung, in der man sich wohlfühlt und in der man den Grad der Ablenkungen selbst kontrollieren kann, ist es meist viel einfacher, sich auf ein Thema zu konzentrieren. Man arbeitet dadurch fokussiert und sehr viel effizienter als in einem Büro, in dem „ganz kurz nur“ ein Kollege vorbeikommt oder „mal schnell“ ein Meeting anberaumt wird.

Arbeiten im Homeoffice ist nicht für alle Berufsgruppen möglich. Das Fraunhofer Institut Stuttgart spricht deshalb von „Wissensarbeitern“ und stellt fest, dass für diese „mobile und individualisierte Arbeitsumgebungen“ sowie „Autonomie in der Wahl der Arbeitsorte und -zeiten“ wichtige Faktoren zur Steigerung der Produktivität sind.
Viele Unternehmen haben das bereits verstanden und setzen flexible Arbeitszeit/ort-Modelle in der Praxis um. Das erfordert ein gewisses Maß an Vertrauen und Disziplin – und es wird noch viel Zeit vergehen, bis sich herumgesprochen hat, dass man auch ohne ständige Präsenz im Büro einen guten Job machen kann.
Mein 5-Punkte-Plan für das Arbeiten zuhause:
- Überprüfen Sie sich selbst: Können Sie sich so gut disziplinieren, um wirklich zuhause zu arbeiten und die Ablenkungen (Fernsehprogramm, Wäscheberge etc.) zu ignorieren?
- Gewährleisten Sie eine verbindliche Erreichbarkeit während Ihrer mobilen Arbeitszeit und nutzen Sie dabei die Werkzeuge (Telefon, Skype, IM etc.), die auch Ihre Ansprechpartner verwenden.
- Flexibilität während der Arbeitszeit erfordert meist auch Flexibilität nach Feierabend oder am Wochenende – klären Sie, ob das für Sie in Frage kommt.
- Ein Tag im Homeoffice sollte strukturiert sein wie jeder andere Arbeitstag auch. Machen Sie sich am Vorabend Notizen und planen Sie den Tag inklusive Pausen.
- Auch wenn Sie sicher nicht in Hemd und Krawatte zuhause am Schreibtisch sitzen, der Pyjama sollte es auch nicht sein. Ihre Leistung wird so gut sein, wie Sie sich fühlen – sorgen Sie dafür.

